Einleitung

Dass immer mehr Menschen in den Wald gehen, um sich ihr Brennholz selbst zu machen, weiß mittlerweile jeder. Ebenso ist bekannt, dass die Arbeit im Wald, vor allem mit einer Motorsäge, gefährlich und unfallträchtig ist. Viele Waldbesitzer verlangen heutzutage den Nachweis eines "Motorsägenscheins".

Um den richtigen Umgang mit der Motorsäge zu lernen gibt es Motorsägenkurse. Aber: es gibt keine bundes- oder landeseinheitliche Nomenklatur für diese Kurse und die ausgestellten Bescheinigungen.

Und so kommt es, dass es sehr viele und sehr unterschiedliche Kurse von unterschiedlichsten Anbietern auf dem Markt gibt. Die Namen sind vielfältig: "Motorsägenkurs", "Motorsägenlehrgang", "Grundkurs-Motorsäge", "Sägeschein" oder auch "Kettensägen-Lehrgang" und ein paar andere Bezeichnungen sind im Umlauf. So differenziert die Namen der Kurse sind, so unterschiedlich sind auch die Inhalte, die in einem solchen Kurs vermittelt werden. Auch gibt es keine einheitliche Regelung wie lange ein solcher Kurs dauern soll und wie viele Teilnehmer auf einen Instruktor kommen.

All diese Faktoren lassen darauf schließen, dass es sehr unterschiedliche Qualitäten in diesen Kursen gibt und sie sich nicht miteinander vergleichen lassen. Der Verbraucher findet sich nur schwer zurecht.

Das KWF-Gütesiegel für Motorsägenkursanbieter steht für höchste Qualität

Das KWF-Gütesiegel

Das KWF-Gütesiegel für Motorsägenkursanbieter will hier Abhilfe schaffen, es wurde geschaffen vom Kuratorium für Waldarbeit
und Forsttechnik e. V.

Das KWF-Anerkennungsverfahren soll sicherstellen, dass die Qualität von Motorsägenkursen gefördert, verbessert und überprüfbar wird. Dabei verpflichten sich die Kursanbieter zur Einhaltung der Standards des KWF für Motorsägenkurse. Als Gegenleistung werden sie mit dem KWF-Gütesiegel für Motorsägenkursanbieter ausgezeichnet.

Die Auszeichnung erleichtert vor allem den Kursinteressenten die Entscheidung bei der Auswahl eines Kursanbieters. Die Interessenten können sicher sein, dass sie bei einem mit dem KWF-Gütesiegel ausgezeichneten Anbieter eine fachlich und pädagogisch fundierte Weiterbildung erhalten und der Motorsägenkurs mit der entsprechenden Bescheinigung anerkannt wird.

Zielsetzung des Anerkennungsverfahrens

  1. Beschaffung der notwendigen Dokumente und Informationen als Grundlage der Entscheidung über die Anerkennung
  2. Beurteilung, ob die Firma oder Institution als Anbieter von MS Kursen geeignet ist
  3. Feststellung, ob die fachliche und pädagogische Eignung zur Durchführung der MS Kurse vorhanden ist

Ablauf des Anerkennungsverfahrens

  1. Der Antragsteller meldet sich zum Anerkennungsverfahren und übersendet dem KWF die geforderten Dokumente
  2. KWF erstellt Eingangsbestätigung, Rechnung
  3. Zahlungseingang
  4. KWF-Prüfer überprüft Dokumente auf Vollständigkeit
  5. Falls Dokumente unvollständig, erfolgt Nachforderung
  6. KWF-Prüfer entscheidet über Art der Prüfung auf Dokumentenbasis oder vor Ort
  7. Durchführung der überprüfung anhand Checkliste, Prüfer gibt Empfehlung an Anerkennungsstelle
  8. Anerkennungsstellte überprüft die Ergebnisse Falls Kriterien erfüllt sind:
  9. Anerkennungsstelle stellt Gütesiegel aus
  10. Aufbereitung der Daten
  11. Freischaltung auf der Website des KWF

Gültigkeit des Gütesiegels

Das KWF-Gütesiegel ist zeitlich begrenzt auf 3 Jahre ab Ausstellung des Gütesiegels durch die Anerkennungsstelle. Nach Ablauf dieser 3 Jahre ist eine erneute Anerkennung nötig, um das Gütesiegel weiterhin führen zu dürfen. Dieses Vorgehen soll sicherstellen, dass der anerkannte Betrieb auch nach den 3 Jahren immer noch die gleichen Vorraussetzungen erfüllt, um qualitativ hochwertige Kurse anzubieten. Schließlich verändern sich Betriebe im Lauf der Zeit. Sie werden größer oder kleiner, Mitarbeiter kommen neu hinzu oder suchen sich einen neuen Wirkungskreis.

Kurse, die unter dem KWF-Gütesiegel angeboten werden haben Besonderheiten: Es gibt am Ende eines Motorsägenkurses eine Lernzielkontrolle und eine Evaluation (Beurteilung) des Kursanbieters durch die Kursteilnehmer.

Die Evaluation dient dazu, Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen.
Mit der geforderten Lernzielkontrolle des Teilnehmers hat der Kursanbieter die Möglichkeit, gegenüber Teilnehmern bei denen er Bedenken bezüglich der erlernten (oder eben nicht erlernten) Fähigkeiten hat, zu reagieren. Es besteht also auch die Möglichkeit, diesen Kurs nicht zu bestehen.

Nachdem das Anerkennungsverfahren abschlossen ist und das Gütesiegel erteilt wurde, werden die Daten des Kursanbieters aufbereitet und auf der KWF Website eingestellt. Die Aufbereitung der Daten wird durch BUT Forstsicherheit UG (haftungsbeschränkt) durchgeführt. Es ergibt sich eine Vielzahl von Möglichkeiten. Unter anderem:

Waldbesitzer können die Echtheit der Teilnahmebescheinigung prüfen

  • Teilnahmebescheinigung auf "Knopfdruck"
  • Teilnahme an Kursen kann nachhaltig belegt und nachvollzogen werden
  • Alterscheck
  • Erneuter Ausdruck der Teilnahmebestätigung bei Verlust
  • Kurse können nicht überbucht werden
  • Sicherheitsmechanismen um Missbrauch vorzubeugen
  • Entlastung der Kursanbieter durch übernahme von zeitraubenden Aufgaben

Für das KWF-Gütesiegel entstehen folgende Kosten: Zum einem für das Anerkennungsverfahren durch das KWF, ein einmaliger Betrag in Abhängigkeit der Anzahl der eingesetzten Instruktoren, gültig für 3 Jahre. Zum anderen ein Betrag, der pro Kursteilnehmer fällig wird.

Die erfolgreiche Teilnahme an allen 3 KWF Kursen führt zur fachlichen Eignung in Anlehnung an die "Regel Waldarbeiten" BGR/GUV-R 2114.

Interner Link Weitere Infos zu den Kursinhalten
Interner Link Weitere Infos zu Kursanforderungen und Ausrüstung